Klaus Brzezek

Du hast exccon im Jahr 2005 gegründet. Was war deine Idee hinter der Unternehmensgründung?

Die Idee war, die Kompetenz großer Beratungshäuser mit dem Zusammengehörigkeitsgefühl kleiner Beratungshäuser zu verbinden. Nach vielen Jahren Berufserfahrung in verschiedenen Beratungsumfeldern wollte ich ein Unternehmen schaffen, in dem Menschen selbstbestimmt arbeiten, Verantwortung übernehmen und trotzdem gemeinsam in die gleiche Richtung gehen.

Mir ging es nie nur darum, eine Firma zu gründen. Ich wollte ein berufliches Zuhause schaffen: für Menschen, die fachlich stark sind, aber auch menschlich zusammenpassen. Ein Team, in dem man sich aufeinander verlassen kann, offen miteinander spricht und auch in schwierigen Situationen nicht das Lachen verliert. Genau dieses Gefühl war von Anfang an ein zentraler Teil der exccon.

 

Wie hat sich exccon seitdem entwickelt, und was waren für dich die wichtigsten Meilensteine?

Gestartet sind wir 2005 sehr klein in München. In den ersten Jahren lag der Schwerpunkt vor allem auf klassischer Softwareentwicklung. Wir haben damals Backend-Systeme und individuelle Softwarelösungen entwickelt. Ab etwa 2009/2010 kam dann der Infrastrukturbereich stärker hinzu, insbesondere Themen rund um Rechenzentrumsbetrieb, Virtualisierung und Windows-Server-Umgebungen.

Ein wichtiger Schritt war der Umzug aus der Aventinstraße in die Prälat-Zistl-Straße. Das war der Übergang von einer sehr kleinen Anfangsphase hin zu einem echten Büro mit den ersten Mitarbeitenden. 2013 folgte der Umzug ins Tal. Dass wir in all den Jahren dem Umfeld rund um den Viktualienmarkt im Herzen Münchens treu geblieben sind, gehört für mich auch ein Stück weit zur Geschichte und Identität von exccon.

2012 war die Übernahme der ncc Management Consultants GmbH ein großer Meilenstein. Dadurch kamen die Schulungsabteilung und Prozessberatung hinzu, und unser Geschäft hat sich deutlich verändert. Es kamen mehr Kundenkontakte ins Büro, mehr Leben, mehr Austausch und ein völlig neues Marktumfeld.

2016 war dann ein weiterer starker Umbruch, weil das ServiceNow-Geschäft hinzukam. Damit passten Prozessberatung und technische Umsetzung immer stärker zusammen. Seit 2009 besteht die ServiceNow-Expertise im Unternehmen, und durch die Entwicklung der letzten Jahre ist daraus ein zentraler Geschäftsbereich der exccon geworden.

Der jüngste große Schritt ist die strategische Neuausrichtung im Jahr 2026: Die Infrastrukturkompetenzen wurden in der neu gegründeten exccon infrastructure services GmbH gebündelt. Dadurch kann sich die exccon AG künftig noch klarer als spezialisierter Partner im ServiceNow-Umfeld positionieren, während die Infrastrukturthemen fokussiert in einer eigenen Gesellschaft weiterentwickelt werden.

 

Warum konnte sich exccon aus deiner Sicht über 20 Jahre erfolgreich am Markt halten?

Weil Wandel bei uns immer Teil der DNA war. Technologien ändern sich, Märkte verändern sich, Kundenbedürfnisse entwickeln sich weiter. Wir haben uns diesen Veränderungen nie verschlossen, sondern uns immer wieder gefragt: Was braucht der Markt? Was brauchen unsere Kunden? Und wie müssen wir uns weiterentwickeln, um relevant zubleiben? Rückblickend haben wir uns mehrfach neu erfunden: von Softwareentwicklung über Infrastruktur und Prozessberatung bis hin zur Spezialisierung auf ServiceNow. Diese Wandlungsfähigkeit war und ist ein wesentlicher Grund dafür, dass exccon heute noch erfolgreich am Markt ist.

Diese Fähigkeit, sich neu zu erfinden, ohne den eigenen Kern zu verlieren, war entscheidend. Wir haben unser Leistungsportfolio immer wieder angepasst, neue Themen aufgebaut und auch mutige Entscheidungen getroffen. Gleichzeitig war es wichtig, dass wir dabei nicht beliebig geworden sind. exccon steht bis heute für fachliche Qualität, Verlässlichkeit und ein sehr persönliches Verständnis von Zusammenarbeit.

 

Was gefällt dir besonders an exccon und an den Kolleginnen und Kollegen?

Mir gefällt der Zusammenhalt im Team. Ich finde es schön, dass bei exccon auch in schwierigen Situationen das Lachen nicht verstummt. Natürlich ist nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen. Auch bei uns gibt es Konflikte, Reibung und schwierige Phasen. Aber entscheidend ist, dass man versucht, Dinge zu lösen, statt Menschen vorschnell aufzugeben. Besonders schätze ich außerdem, dass wir ein internationales Team mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Kulturkreisen haben. Dadurch bekommt man andere Perspektiven auf Dinge, die man 2für selbstverständlich hält. Das Miteinander ist so wie ich es mir immererträumt habe: völlig offen und herzlich.

Viele Mitarbeitende bezeichnen exccon als „exccon Family“. Was bedeutet dieser Begriff für dich?

Die freudigen Gesichter, wenn man sich mal wieder in Natura sieht! Für mich zeigt sich die exccon Family in den Momenten, in denen man sich nach längerer Zeit wieder persönlich sieht und merkt: Da ist immer noch echte Freude und Verbundenheit. Es geht nicht darum, dass jeder jeden ständig privat treffen oder super finden muss. Aber es gibt einen Teamgeist, ein Füreinander-Einstehen und ein Grundvertrauen, das uns unterscheidet.

 

Welche Rolle spielt persönlicher Austausch in einer zunehmend hybriden Arbeitswelt?

Eine sehr große. Remote Work hat viele Vorteile und lässt sich auch nicht einfach zurückdrehen. Aber ich glaube, dass die richtige Mischung entscheidend ist. Gerade durch Homeoffice und Remote Work hat sich Zusammenarbeit verändert. Ich glaube fest daran, dass persönlicher Austausch unersetzlich bleibt. Office Days, Team-Events oder gemeinsame Treffen sind deshalb aus meiner Sicht nicht Beiwerk, sondern wichtig für Vertrauen, Zusammenarbeit und Kultur. Ein Team, das sich persönlich kennt, arbeitet auch remote anders zusammen. Wenn man schon einmal gemeinsam im Büro gesessen, Mittag gegessen oder auf einem Team-Event gelacht hat, entsteht eine andere Qualität von Zusammenarbeit.

Gerade für neue Mitarbeitende ist persönlicher Kontakt besonders wichtig. Wer neu in ein Unternehmen kommt, muss nicht nur Prozesse und Aufgaben kennenlernen, sondern auch Menschen, Kultur und Arbeitsweise. Das ist remote deutlich schwieriger. Man kann fachliches Wissen vermitteln, aber Haltung, Professionalität und Teamgefühl lernt man oft durch Beobachten, Erleben und Mitmachen.

 

Was ist dir als Führungskraft wichtig und was sollten Menschen mitbringen, die zu exccon passen?

Ehrlichkeit ist für mich die wichtigste Grundlage – aus meiner Sicht eine Grundvoraussetzung für ein gutes Miteinander. Das gilt im Team genauso wie zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden. Mir ist außerdem wichtig, dass Menschen eine positive Grundeinstellung behalten, auch wenn es herausfordernd wird. In Bewerbungsgesprächen interessiert mich deshalb nicht nur, was jemand fachlich kann, sondern auch, wie jemand mit unerwarteten Situationen umgeht. Beratung bedeutet Veränderung, neue Aufgaben, neue Kunden und immer wieder neue Rahmenbedingungen. Damit muss man umgehen können und das muss man auch wollen. Bewerber sollten Lust auf Veränderung haben. Wer zehn Jahre lang exakt das Gleiche machen möchte, wird bei uns vermutlich nicht glücklich. Bei exccon verändern sich Themen, Kunden, Technologien und Arbeitsweisen immer wieder. Das ist spannend, aber manchmal auch anstrengend. Man muss neugierig bleiben, Verantwortung übernehmen und bereit sein, sich weiterzuentwickeln.

Wie bekommst du Familie und Beruf unter einen Hut, und wie unterstützt exccon dabei?

Für mich war immer wichtig: Die Firma lässt Freiheiten, solange der Job erledigt wird und Verantwortung übernommen wird. Ich glaube, dass Arbeit und Privatleben nicht immer starr voneinander zu trennen sind. Genau diese Haltung gilt nicht nur für mich, sondern auch für unsere Mitarbeitenden. Diese Freiheit funktioniert aber nur mit Vertrauen. Und Vertrauen ist keine Einbahnstraße. Als Unternehmen muss man Mitarbeitenden Freiraum geben. Gleichzeitig müssen Mitarbeitende fair mit diesem Freiraum umgehen. Wenn das gelingt, ist es für beide Seiten ein großer Gewinn. Entscheidend ist, dass man fair und teamorientiert miteinander umgeht, zuverlässig bleibt und gemeinsam Lösungen findet, die für Unternehmen und Mitarbeitende funktionieren.

 

Beschreibe exccon mit drei Worten.

Offen. Ehrlich. Solide.

 

Was ist dir für die Zukunft von exccon wichtig?

Dass wir unser Herz nicht verlieren. Das ist für mich der entscheidende Punkt. exccon war nie ein Unternehmen, bei dem es nur ums Geldverdienen ging. Natürlich muss ein Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich sein. Aber wenn ehemalige Mitarbeitende nach Jahren sagen, dass sie gerne zurückkommen möchten, dann zeigt das, dass hier mehr entstanden ist als nur ein Arbeitsplatz. Ich wünsche mir, dass dieser Family Approach erhalten bleibt: dass Menschen gerne zusammenarbeiten, dass sie sich wohlfühlen, dass sie Verantwortung übernehmen und dass wir trotz Wachstum, Wandel und neuer Strukturen menschlich bleiben.

Gleichzeitig muss sich exccon weiterentwickeln. Man kann eine Firma heute nicht mehr so führen wie 2005. Märkte verändern sich, Arbeitsweisen verändern sich, Kundenanforderungen verändern sich. Wichtig ist, dass wir diesen Wandel aktivgestalten und dabei trotzdem unseren Kern behalten: fachliche Exzellenz, Verlässlichkeit, Offenheit und ein echtes Miteinander.

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